Freitag, 26. Juni 2026. Rhône-Radweg Tag 2: Von Saint-Vallier nach Le Pouzin
Rhône-Radweg 2026 – 3. Etappe: von Le Pouzin nach Mornas – Hitze, Lavendelfelder und eine Festung auf dem Felsen
Rhône-Radweg Le Pouzin Mornas. Nach zwei heißen Radtagen klingelte der Wecker auch heute wieder früh. Bereits kurz nach sechs Uhr trafen Erich und ich uns zum Frühstück. Die kühlen Morgenstunden wollten wir unbedingt nutzen, denn für den Nachmittag waren erneut Temperaturen deutlich über 35 Grad angekündigt. Nachdem unsere Fahrradtaschen gepackt waren, rollten wir um 7:30 Uhr bei angenehmen 19 °C in Le Pouzin los – mit dem Ziel Mornas.
Die ersten Kilometer verliefen ruhig und unspektakulär. Der Radweg führte flach durch die breite Rhône-Ebene. Viel Landwirtschaft, wenig Schatten und lange gerade Strecken bestimmten das Bild. Zum entspannten Dahinrollen war das ideal, landschaftlich allerdings kein Höhepunkt.
Nach rund 15 Kilometern passierten wir das Kernkraftwerk Cruas-Meysse. Das Kraftwerk gehört zu den bedeutenden Atomkraftwerken Frankreichs und liefert rund fünf Prozent des französischen Stroms.
Der Asphalt war hervorragend zu fahren und die Kilometer vergingen fast wie von selbst. Allerdings machte sich die zunehmende Hitze schon am späten Vormittag bemerkbar. Unser Trinkrhythmus blieb deshalb unverändert: Alle 20 bis 30 Minuten einige Schlucke Wasser – auch ohne Durstgefühl.
Wasser nachfüllen unterhalb des Château de Rochemaure
Bei Kilometer 27 entdeckten wir auf einem Sportgelände in Rochemaure einen Wasserhahn. Genau der richtige Zeitpunkt für unsere dritte Wasserpause. Im Schatten des hoch über dem Ort gelegenen Château de Rochemaure füllten wir unsere Trinkflaschen wieder auf und glichen den Salzverlust mit ein paar Salzbrezeln aus. Gerade an diesen heißen Tagen waren solche kurzen Pausen Gold wert.
Je näher wir Montélimar kamen, desto lebhafter wurde die Umgebung. Südlich der Stadt öffnete sich die Landschaft erneut. Große Sonnenblumenfelder wechselten sich mit herrlich duftenden Lavendelfeldern ab und sorgten für etwas Abwechslung auf der ansonsten sehr gleichmäßigen Strecke.
Die Festung von Mornas begrüßt uns
Die letzten Kilometer verliefen weiterhin angenehm flach. Schon von Weitem entdeckten wir hoch über dem Ort die beeindruckende Forteresse de Mornas. Die mittelalterliche Festung thront spektakulär auf einer 137 Meter hohen Felswand direkt über dem Dorf und ist bereits von weitem ein echter Blickfang. Vorbei an der Dorfkirche Saint Georges rollten wir nach Mornas hinein.
Kurz vor 14 Uhr erreichten wir schließlich unser Tagesziel. Das Thermometer zeigte inzwischen 37 °C. Nach 85,6 Kilometern waren wir froh, endlich im Hotel Le Manoir angekommen zu sein. Das historische Gebäude besitzt durchaus Charme, allerdings merkt man ihm sein Alter deutlich an. Auch die Zimmer unter dem Dach konnten trotz Klimaanlage mit den hohen Außentemperaturen kaum mithalten.
Nach einer eiskalten Cola im schattigen Innenhof war erst einmal Erholung angesagt. Fahrradtaschen ausräumen, einige Kleidungsstücke im Waschbecken waschen, zum Trocknen im Zimmer verteilen – inzwischen gehörte diese Routine schon fast zum festen Tagesprogramm.
Ein gemütlicher Abend mit Blick auf die Festung
Gegen 18:30 Uhr spazierten wir vom Hotel ins Ortszentrum zum Restaurant Côté Cours. Vor dem Restaurant gönnten wir uns zunächst zwei kühle Biere. Mit dem Essen mussten wir allerdings etwas Geduld haben. Erst deutlich nach 19:30 Uhr war der Koch bereit und der Grill angeheizt. Das Warten lohnte sich jedoch: Das Essen war ausgezeichnet und dazu genossen wir einen wunderschönen Blick hinauf zur majestätischen Festung von Mornas.
Später fielen wir – wie schon an den beiden Abenden zuvor – müde ins Bett. Das Frühstück sollte am nächsten Morgen erst um 7:30 Uhr beginnen. Wenigstens konnten wir dadurch ein paar Minuten länger schlafen.

Unser Fazit
Rhône-Radweg Le Pouzin Mornas. Die dritte Etappe war sicherlich nicht die spektakulärste unserer Rhône-Radtour. Dafür ließ sie sich ausgesprochen angenehm fahren. Flache Wege, guter Asphalt und kaum Verkehr sorgten für entspanntes Radeln.
Die größte Herausforderung war einmal mehr die extreme Hitze, die uns konsequentes Trinken und regelmäßige Pausen abverlangte. Mit guter Vorbereitung ließ sich aber auch dieser Tag bestens meistern.