Kraichgau-Radtour Tag 2: 89 Kilometer durch den Kraichgau

Unsere Kraichgau-Radtour – Tag 1: Rund um den Heuchelberg 


Kraichgau-Radtour Tag 2. Schon um 7 Uhr trafen wir uns zum Frühstück. Heute hatten wir schließlich eine längere Tour vor uns und wollten deshalb rechtzeitig los. Vom Altstadthotel Wilde Rose in Eppingen starteten wir zu unserer zweiten Kraichgau-Radtour – und genau hier sollten wir am Abend auch wieder ankommen. Ursprünglich waren rund 81 Kilometer geplant. Am Ende wurden es allerdings 89 Kilometer. Doch dazu später mehr.

Die Strecke führte uns durch die abwechslungsreiche Hügellandschaft des Kraichgaus – vorbei an historischen Orten, Schlössern und Kapellen, durch kleine Dörfer und immer wieder mit schönen Ausblicken über die Landschaft.

Zaisenhausen und das Wasserschloss Flehingen

Gleich zu Beginn kamen wir durch Zaisenhausen und entdeckten an der evangelischen Liebfrauenkirche eine interessante Besonderheit: Die Kirche wurde 1834/36 nach Plänen des Karlsruher Architekten Heinrich Hübsch errichtet und ersetzte eine baufällig gewordene gotische Dorfkapelle. Als Karlsruher ist einem dieser bedeutende Architekt natürlich ein Begriff. 

Weiter ging es zum Wasserschloss Flehingen. Das heutige Renaissance-Schloss entstand um 1565 unter Ludwig Wolf von Flehingen auf den Resten einer älteren, 1504 zerstörten Niederburg.

Unterwegs gab es außerdem immer wieder etwas zu beobachten. Ein Greifvogel saß aufmerksam auf einem Ast, später entdeckten wir einen Reiher auf einer Wiese und auch ein Pferd ließ sich bereitwillig fotografieren. Solche kleinen Begegnungen gehören für mich zu einer Radtour einfach dazu.

Unsere Strecke führte uns weiter nach Gochsheim. Das dortige Graf-Eberstein-Schloss geht auf eine mittelalterliche Burg zurück und wurde ab 1520 von den Grafen von Eberstein zu einer Renaissanceanlage ausgebaut. Von der einst größeren Anlage ist heute nur noch ein Teil erhalten. Leider war das Schloss eingerüstet, so bemühte ich die KI, das Gerüst zu entfernen. 😉 Mit einem Terrassenanbau und grünen Fensterläden hat die KI das Schloss ungefragt noch etwas aufgepeppt. 😲 Auf unserem weiteren Weg kamen wir zwischen Neibsheim und Büchig an der Golden-Kreuz-Kapelle vorbei. Zwei Bänke boten sich zu einer kleinen Vesperpause an.

Über den Adelsberg

Anschließend kamen wir zur Adelsbergkapelle bei Neibsheim, einer kleinen Marienkapelle und einem traditionsreichen Andachtsort auf dem Adelsberg. Die erste Erwähnung der Wallfahrtskapelle war 1703 in einer Bittschrift für eine Glocke, urkundlich dokumentiert 1729. Hier hielten wir einige Zeit stille Einkehr und wie immer an einem solchen Ort entzündete ich für uns und unsere Lieben zwei Kerzlein, bevor wir uns wieder auf die Räder schwangen. 

Schloss Gondelsheim

Danach ging es weiter Richtung Gondelsheim. Das Schloss Gondelsheim steht an der Stelle einer mittelalterlichen Burg, die in den Kriegen des 16. und 17. Jahrhunderts zerstört worden war. Das heutige Schloss entstand im 19. Jahrhundert: Graf Ludwig Wilhelm August von Langenstein ließ es ab 1857 im schottisch-neugotischen Stil errichten. Durch den zugewachsenen Schlosspark kann man das im Privatbesitz befindliche Schloss von außen nur unzureichend fotografieren.

Ungeplanter Abstecher nach Untergrombach

Eigentlich wollten wir unsere Mittagspause irgendwo entlang der geplanten Strecke einlegen. Doch wie das beim Radfahren manchmal so ist: Zur gewünschten Zeit hatte nichts geöffnet. Also machten wir einen ungeplanten Abstecher nach Untergrombach. Dort fanden wir schließlich ein geöffnetes Asia-Bistro und konnten unseren Hunger stillen. Der kleine Umweg hatte allerdings Folgen: Aus den geplanten 81 Kilometern wurden letztendlich über 89 Kilometer. 

Über Jöhlingen nach Bretten

Über Jöhlingen und den Kraichgau-Hügel-Weg führte unsere Strecke weiter in Richtung Bretten. Die Landschaft wurde wieder richtig typisch für den Kraichgau: sanfte Hügel, Felder, Weinberge und immer wieder weite Panoramablicke.

In Bretten machten wir einen kurzen Halt am Marktplatz. Dort steht der historische Marktbrunnen, dessen Ursprünge bis um 1400 zurückreichen. Die heutige Brunnenfigur trägt die Jahreszahl 1555 und stellt den Kurfürsten Friedrich II. von der Pfalz dar. 

Direkt daneben steht der Pfeiferturm, der Mitte des 13. Jahrhunderts als mächtigstes Bauwerk der mittelalterlichen Stadtbefestigung errichtet wurde. Bei der Belagerung Brettens durch die Württemberger 1504 spielte er als Bollwerk eine wichtige Rolle. 

Kraichgau-Radtour: Bretten mit historischem Marktbrunnen und Pfeiferturm

Die Landschaft bot uns auf dem Weg zurück nach Eppingen noch einmal viele schöne Panoramablicke.

Und dann wurde es für Peter richtig anstrengend

Unsere Tourverlängerung von acht Kilometern sollte sich am Ende allerdings noch bemerkbar machen. Peters Akku kam langsam an sein Limit. Einige der letzten Steigungen musste Peter deshalb sein E-Bike tatsächlich hochschieben. Und die letzten rund zehn Kilometer bis zum Hotel fuhr er schließlich komplett ohne elektrische Unterstützung. Das war wirklich hardcore!

Auf dem Rückweg nach Eppingen grüßte uns von weitem noch einmal die Burg Ravensburg herüber – ein schöner Abschluss unserer zweiten Kraichgau-Runde.

Am Ende waren es 89 Kilometer mit vielen schönen Landschaften, historischen Sehenswürdigkeiten und einigen durchaus knackigen Anstiegen. Besonders die letzten Kilometer hatten es in sich – für Peter allerdings noch ein gutes Stück mehr als für mich.Trotzdem: Es war wieder eine abwechslungsreiche und erlebnisreiche Tour durch den Kraichgau.

Kraichgau-Radtour: Streckenprofil an Tag 2
Unsere Runde am zweiten Tourtag

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