Rhône-Radweg Tag 2: Von Saint-Vallier nach Le Pouzin

Donnerstag, 25. Juni 2026. Erster Tag Rhône-Radweg Lyon Sarras – 91 Kilometer, 39 Grad, zwei kapitale Planungsfehler


Rhône-Radweg Tag 2: Entspannt entlang der Rhône bis Le Pouzin

Nach der abwechslungsreichen ersten Etappe stand heute eine ganz andere Tagesaufgabe auf dem Programm. Weniger spektakulär, dafür angenehm gleichmäßig. Genau solche Tage gehören zu einer längeren Radtour einfach dazu. Rhône-Radweg Tag 2.

Um 8:10 Uhr waren wir in Saint-Vallier startklar. Bevor wir losradelten, suchten wir zunächst eine Bäckerei für ein kleines Frühstück. Nach kurzer Suche wurden wir fündig. Kaffee und Croissant schmeckten direkt neben unseren Fahrrädern auf der Straße besonders gut.

Bereits um 8:30 Uhr saßen wir wieder im Sattel. Rund 70 Kilometer lagen laut Tourenplanung vor uns. Schon nach den ersten Kilometern war klar, dass diese Etappe deutlich ruhiger verlaufen würde als die gestrige. Die Landschaft wirkte ländlich, weit und entspannt. Große Höhepunkte gab es zunächst nicht, dafür ließ sich die Strecke wunderbar fahren.

Nach etwa einer Stunde erreichten wir Tournon-sur-Rhône. Dort besichtigten wir das Denkmal von Marc Seguin, der hier 1825 eine der ersten Hängebrücken Europas errichtete. Der Ort weckte Erinnerungen an unsere Rhône-Flusskreuzfahrt im vergangenen Jahr. Damals lag unser Schiff hier vor Anker und wir konnten die historische Brücke und das reizvolle Städtchen bereits in aller Ruhe erkunden.

Die ViaRhôna führte uns überwiegend in der Nähe der Rhône entlang. Mal lag der Fluss direkt neben uns, mal etwas weiter entfernt. Die breite Ebene war geprägt von Feldern, Wiesen und kleinen Baumgruppen. Viel Landwirtschaft, lange gerade Abschnitte und nur wenig Schatten bestimmten das Bild. Gerade diese Ruhe hatte jedoch ihren eigenen Reiz. Man konnte gleichmäßig rollen und den Gedanken freien Lauf lassen.

Je näher wir Valence kamen, desto dichter wurde die Bebauung. Die Infrastruktur nahm zu, es gab mehr Kreuzungen und Orientierungspunkte, dennoch blieb die Strecke jederzeit angenehm und übersichtlich.

In einem Park in Valence entdeckten wir ein Denkmal für den berühmten französischen Chansonnier Charles Aznavour. Wenig später erreichten wir das monumentale Portal Saint-Ruf, den letzten erhaltenen Teil der ehemaligen Abtei des Ordens von Saint-Ruf. Anschließend führte uns der Weg zur Cathédrale Saint-Apollinaire. Leider verhinderten Bauarbeiten einen Blick ins Innere der sehenswerten Kirche.

Durch enge Gassen ging es in Valence hinaus wieder auf die Hauptausfallstraße. Ein paar hundert Meter konnten wir sogar im Halbschatten fahren. Und immer wieder machten wir Trinkpausen und nahmen Powerriegel zu uns. 

Gegen 13:30 Uhr gönnten wir uns am Rhôneufer in La Voulte-sur-Rhône eine ausgedehnte Pause auf einer schönen Restaurantterrasse. Im Schatten schmeckte ein leckeres Eis besonders gut. Noch besser war allerdings die eiskalte Cola Zero nach vielen Kilometern, statt dem warmen Wasser aus unseren Trinkflaschen. Die 45 Minuten Erholung taten uns richtig gut.

Direkt danach überquerten wir auf einer Hängebrücke erneut die Rhône. Bis zu unserem heutigen Etappenziel, dem ibis-Hotel in Le Pouzin, waren es nur noch rund acht Kilometer. Die letzten Kilometer führten durch eine Mischung aus ländlicher Umgebung und kleineren Industriegebieten – nicht besonders reizvoll, aber typisch für eine wirtschaftlich genutzte Flusslandschaft.

Nach dem Einchecken, einer erfrischenden Dusche und einer kurzen Verschnaufpause radelten wir noch etwa zwei Kilometer ins Zentrum von Le Pouzin. Im Intermarché kauften wir das Nötigste für die kommenden Tage: Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 50, frisches Obst und Müsliriegel als Energiereserve.

Den Abend ließen wir im Hotelrestaurant bei einem gemütlichen Essen ausklingen. Dabei blickten wir noch einmal auf den Tag zurück, bevor wir später müde, aber zufrieden ins Bett fielen. Am Ende zeigte unser Tacho 74,9 Kilometer.

Das Frühstück für morgen ist bereits kurz nach sechs Uhr geplant. Die kühlen Morgenstunden wollen wir möglichst gut ausnutzen, bevor die Hitze des Tages einsetzt.

Mein Fazit

Die zweite Etappe war sicher nicht die spektakulärste unserer Tour. Gerade das machte jedoch ihren besonderen Reiz aus. Keine allzu großen Herausforderungen, keine außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten – dafür entspanntes Radfahren, gleichmäßiges Vorankommen und viel Zeit, die Landschaft und den Moment bewusst zu genießen. Solche Tage gehören zu jeder längeren Radreise dazu.

Rhône-Radweg Tag 2 zwischen Saint-Vallier, Tournon-sur-Rhône, Valence und Le Pouzin entlang der ViaRhôna
Unsere heutige km-Leistung 😉

Samstag, 27. Juni 2026. Rhône-Radweg 2026 – 3. Etappe: von Le Pouzin nach Mornas – Hitze, Lavendelfelder und eine Festung auf dem Felsen

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