Es war einer dieser Tage, die schon beim Aufstehen wissen, dass sie gut werden. Mit dem E-Bike machten wir uns am Morgen auf den Weg zum Baggersee nach Linkenheim, zur Bali Beach Bar. Ziel war der Motorradgottesdienst, für uns völliges Neuland. Und doch fühlte es sich vom ersten Moment an richtig an.
Der Himmel zeigte sich in makellosem Blau, die Sonne strahlte – als hätte sie den Termin im Kalender stehen. Gegen 11 Uhr begann der Gottesdienst. Schon die Ankunft war ein Erlebnis: Heerscharen von Motorradfahrern, viele mit schweren Maschinen, waren aus allen Richtungen angereist. Darunter auch einige Motorradclubs. Es lag etwas Besonderes in der Luft, eine Mischung aus Freiheit, Gemeinschaft und gespannter Erwartung.
Was uns sofort beeindruckte: Es spielte keine Rolle, ob jemand gläubig war oder nicht. Alle waren vereint in einer stillen, fast feierlichen Andacht. Der Gottesdienst selbst begann klassisch, mit Kirchengeläut vom Band. Doch gleich danach wurde klar: Das hier ist kein gewöhnlicher Gottesdienst. „Born to be wild“ von Steppenwolf erklang, und selbst der katholische Motorradpfarrer konnte sich ein leichtes Mitwippen nicht verkneifen. Ein Moment, der vieles sagte. Motorradgottesdienst.
Die Predigt war passend gewählt, lebensnah und nachdenklich. Es wurde gemeinsam gesungen, gebetet – und gleichzeitig blieb diese besondere, fast dynamische Atmosphäre erhalten. Eine Verbindung aus Tradition und Freiheit, wie man sie selten erlebt.
Für uns hatte das Ganze etwas zutiefst Berührendes. Vielleicht, weil hier Gegensätze keine Rolle spielten. Vielleicht, weil Gemeinschaft so unmittelbar spürbar wurde. Oder einfach, weil es echt war. Nach dem offiziellen Teil ging es bodenständiger weiter: Kaffee, Spießbraten und Weißwurst. Genau das Richtige nach so vielen Eindrücken.
Gegen 14 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg, erfüllt von einem Erlebnis, das wir so nicht erwartet hatten.
