Radtour Bad Friedrichshall mit Peter Tag 1: Entlang von Kocher und Jagst
Wenn 50 Zentimeter über Leben und Tod entscheiden
Lebensgefährliches Überholen. Es waren wunderbare Tage auf dem Fahrrad. Kleine Straßen, idyllische Dörfer, sommerliche Landschaften und viele freundliche Begegnungen machten unsere Tour eigentlich zu einem Erlebnis, das man lange in guter Erinnerung behalten möchte. Doch leider zeigte sich unterwegs auch wieder eine andere Seite des Straßenverkehrs – eine Seite, die Radfahrer nur allzu gut kennen.
Mehrfach wurden wir von Autofahrern äußerst knapp überholt. Manche offenbar ungeduldig, manche vermutlich völlig gedankenlos. Doch ein Fahrer schoss dabei eindeutig den Vogel ab. Mit seinem großen blauen Transporter zog er an uns vorbei – nicht mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand, sondern praktisch auf Tuchfühlung. Der Abstand betrug vielleicht 50 bis 60 Zentimeter. Mehr nicht. Und das bei ordentlicher Geschwindigkeit.
In solchen Momenten spürt man plötzlich sehr deutlich, wie verletzlich man auf dem Fahrrad eigentlich ist. Ein kleiner Schlenker, eine Bodenunebenheit oder ein Windstoß – und die Situation hätte dramatisch enden können. Besonders bedrückend war dabei die völlige Selbstverständlichkeit, mit der der Fahrer sein Manöver durchzog. Kein Abbremsen, kein vorsichtiges Herantasten, keine Rücksicht. Radfahrer erleben das immer wieder: Ungeduld, Aggressivität und ein erschreckendes Maß an Rücksichtslosigkeit.Dabei ist die Rechtslage eindeutig. Beim Überholen von Radfahrern müssen innerorts mindestens 1,5 Meter Abstand eingehalten werden, außerorts sogar 2 Meter. Diese Regeln existieren nicht aus Schikane, sondern weil sie Leben schützen sollen. Besonders bitter ist, dass viele Autofahrer vermutlich gar nicht realisieren, welche Angst sie in solchen Situationen auslösen. Während der Fahrer längst weitergefahren ist, bleibt beim Radfahrer oft noch minutenlang das beklemmende Gefühl zurück, gerade nur knapp einer gefährlichen Situation entgangen zu sein.
Lebensgefährliches Überholen im Video.
Natürlich erlebten wir unterwegs auch viele rücksichtsvolle Autofahrer, die geduldig warteten und mit genügend Abstand überholten. Genau diesen Menschen gilt ausdrücklich mein Dank. Denn gegenseitige Rücksicht macht den Straßenverkehr für alle sicherer.
Der blaue Transporter allerdings wird uns vermutlich noch lange in Erinnerung bleiben – leider nicht im positiven Sinn. 😡
