9. Mai. Radtour Vier Täler Heilbronner Land. Weinberge und genussvolle Kilometer
10. Mai. Nostalgie statt Radfahren. Kindheitserinnerungen im Salzbergwerk Bad Friedrichshall
Nostalgie im Salzbergwerk. Schon am Vorabend waren Peter und ich uns einig gewesen, am letzten Tag unserer Tour noch einmal gedanklich in unsere Kindheit zurückzukehren. Ende der 1950er- oder Anfang der 1960er-Jahre hatten sowohl Peter mit seiner Schulklasse als auch ich bei einem Schulausflug ein Salzbergwerk besucht – Peter in Bad Friedrichshall, ich damals in Bad Wimpfen. Besonders in Erinnerung geblieben waren uns die lange Rutschbahn hinunter in die Tiefe und das Schlotzen an Salzbrocken, das zumindest meinem Magen damals nicht besonders gutgetan hatte.
So beschlossen wir spontan, an diesem Tag nicht mehr aufs Fahrrad zu steigen, sondern gemeinsam das Salzbergwerk Bad Friedrichshall zu besuchen. Schon der morgendliche Blick aus dem Hotelfenster versprach wieder herrliches Wetter. Nach dem Frühstück packten wir unsere Siebensachen ins Auto, verluden die Fahrräder auf den Fahrradträger, bezahlten im Hotel und checkten aus.
Nachdem wir unsere Eintrittskarten gelöst hatten, ging es mit dem etwas klapprig wirkenden Aufzug überraschend schnell hinunter in rund 180 Meter Tiefe. Unten angekommen führte uns der Rundgang zunächst in den beeindruckenden Kuppelsaal, einen unterirdischen Festsaal mit Platz für rund 500 Gäste. Danach wanderten wir durch riesige Hallen und hielten an der Gedenkstätte KZ Kochendorf inne, die an die dunklen Kapitel der Vergangenheit erinnert.
Besonders faszinierend waren zwei moderne Abbaukammern, die mit einem sogenannten „Continuous Miner“ herausgeschnitten wurden – einer riesigen Bergbaumaschine, die das Salz direkt aus dem Gestein fräst. Die Dimensionen dieser Kammern beeindruckten uns enorm: etwa 500 Meter lang, 14 Meter breit und rund 10 Meter hoch – geschaffen innerhalb weniger Wochen. Die Oberflächen von Boden, Seitenwänden und Decken wirkten fast wie moderne Kunstwerke aus Salz. Verstärkt wurde dieser Eindruck zusätzlich durch eine eindrucksvolle Laserprojektion, welche die gewaltigen Dimensionen der Abbaukammern sichtbar machte.
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Der Besuch war für uns eine spannende Mischung aus Technik, Geschichte und vielen persönlichen Erinnerungen. Immer wieder kamen kleine Bilder aus unserer Schulzeit hoch. Auch wenn heute vieles moderner und professioneller präsentiert wird als damals, blieb doch dieses besondere Gefühl erhalten, tief unter der Erde in eine völlig andere Welt einzutauchen.
Gegen 12:30 Uhr waren wir wieder zurück am Auto und traten bei sonnigem Wetter entspannt die Heimfahrt nach Eggenstein und Karlsruhe an. Vier Tage voller schöner Eindrücke, gemeinsamer Erlebnisse und vieler Gespräche gingen damit zu Ende. Zurück blieben nicht nur zahlreiche Fotos und Erinnerungen, sondern vor allem das gute Gefühl, gemeinsam eine wunderbare Zeit erlebt zu haben.