Saintes-Maries nach Montpellier – letzte Etappe auf dem Rhône-Radweg

Montag, 29. Juni 2026. ViaRhôna Camargue, Tag 5: Durch die Camargue nach Saintes-Maries-de-la-Mer


Rhône-Radweg 2026 – 6. Etappe: Von Saintes-Maries-de-la-Mer nach Montpellier – Flamingos, Mittelmeer und das Ziel erreicht

Saintes-Maries nach Montpellier. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge starteten wir in unsere letzte Etappe auf dem Rhône-Radweg. Nach fünf abwechslungsreichen Tagen sollten heute die letzten rund 70 Kilometer bis Montpellier folgen.

Sicherheit geht vor

Am Vorabend hatte ich in Komoot zufällig einen Gefahrenhinweis entdeckt, den man erst bei stärkerem Hineinzoomen erkennt. Nach kurzer Recherche war klar: Die ursprünglich geplante Strecke führte durch ein Gebiet mit frei laufenden Camargue-Stieren und war außerdem stark zugewachsen sowie teilweise gesperrt. Also plante ich die Route kurzerhand um. Zwar mussten wir dadurch einige Kilometer auf Straßen ohne Radweg fahren, aber dafür blieben wir den Stieren aus dem Weg. Alter Falter – Sicherheit geht schließlich vor!

Rhône-Radweg 2026 – 6. Etappe von Saintes-Maries-de-la-Mer nach Montpellier mit Eindrücken der Camargue, Flamingos, Mittelmeerküste und der Ankunft in Montpellier

Noch einmal durch die Camargue

Um 8 Uhr trafen wir uns zum Frühstück. Nachdem die Packtaschen verstaut waren, rollten wir gegen 9:30 Uhr in Richtung Montpellier los. Verabschiedet wurden wir von einem Bronze-Camargue-Stier. Bei der Course Camarguaise wird der Stier nicht getötet. Stattdessen versuchen die Teilnehmer, Trophäen von seinen Hörnern zu erbeuten. Besonders erfolgreiche Stiere gelten als Helden und werden – wie hier in Saintes-Maries-de-la-Mer – sogar mit Denkmälern geehrt.

Die sechste und letzte Etappe führte noch einmal durch die einzigartige Landschaft der Camargue. Weite Salzwiesen, flache Lagunen, Schilfflächen und offene Ebenen bestimmten das Bild. Immer wieder boten sich Ausblicke auf Kanäle und Feuchtgebiete mit zahlreichen Wasservögeln. Auch die Camargue-Pferde begleiteten uns. Je näher wir dem Mittelmeer kamen, desto mediterraner wurde die Landschaft.

Punkt 10 Uhr erreichten wir die kostenlose Fähre über die Petite Rhône. Gemeinsam mit einer Reitergruppe und ihren wunderschönen weißen Camargue-Pferden setzten wir auf das andere Ufer über. Die Tiere einmal aus nächster Nähe zu erleben, war schon etwas Besonderes.

Wie an den Tagen zuvor gehörten regelmäßige Trinkpausen und reichlich Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 fest zu unserem Tagesprogramm. Immer wieder begegneten uns Camargue-Pferde, die schwarzen Camargue-Stiere und ausgedehnte Weinberge.

Aigues-Mortes und Flamingos

Gegen 11:45 Uhr erreichten wir nach rund 30 Kilometern Aigues-Mortes. Die vollständig erhaltene, 1.640 Meter lange Stadtmauer beeindruckte uns schon von Weitem. Anschließend führte der Radweg weiter durch Lagunen und Schilflandschaften in Richtung Le Grau-du-Roi. Dabei konnten wir immer wieder Flamingos beobachten – einer der schönsten Naturmomente dieser Reise.

Am Ortseingang von Le Grau-du-Roi begrüßten uns vor der Stierkampfarena drei schwarze Bronze-Stiere. Natürlich radelten wir zunächst erst noch zum Leuchtturm hinaus, bevor wir uns im Restaurant Le Patio direkt am Hafen eine wohlverdiente Mittagspause mit kühlen Getränken gönnten.

Immer am Mittelmeer entlang

Kurz nach 14 Uhr ging es weiter. Hinter Le Grau-du-Roi verlief der Radweg direkt an den Dünen und der Mittelmeerküste entlang. Kleine Badeorte, Yachthäfen und Strände wechselten sich ab und sorgten für echtes Urlaubsgefühl. In Pérols, kurz vor Montpellier, begrüßte uns vor der dortigen Stierkampfarena noch einmal ein schwarzer Camargue-Stier – ein passender Abschluss unserer Fahrt durch die Camargue.

Ziel erreicht

Genau um 16:30 Uhr standen wir nach fast exakt 70 Kilometern vor unserem Hotel, dem Appart’hôtel Odalys City Montpellier Centre Gare Saint-Roch. Es ist ein klassisches französisches Stadtpalais, in dem früher die Regionalregierung untergebracht war. Damit endete unsere Rhône-Radtour nach insgesamt 481 Kilometern.

Nach dem Einchecken hieß es erst einmal: duschen, ausruhen und die letzten sechs Tage Revue passieren lassen.

Ein entspannter letzter Abend

Kurz nach 19 Uhr spazierten wir zum direkt gegenüberliegenden Bahnhof Montpellier Saint-Roch. Eigentlich wollten wir herausfinden, von welchem Gleis unser Zug am nächsten Morgen abfahren würde. Doch in Frankreich werden die Bahnsteige erst etwa 20 bis 30 Minuten vor der Abfahrt bekannt gegeben.

Also machten wir stattdessen noch einen kleinen Spaziergang durch das Viertel und suchten uns ein Restaurant für unseren letzten Abend aus. Unsere Wahl fiel auf die griechische Taverna Meraki, wo wir den Abschluss unserer Tour bei einem ausgezeichneten Abendessen genossen.

Gegen 22:30 Uhr waren wir zurück im Hotel. Ein wenig Anspannung blieb trotzdem: Würde am nächsten Morgen mit den Fahrrädern und dem Umsteigen in Avignon alles klappen? Das würden wir schon bald erfahren.

Rhône-Radweg 2026 – 6. Etappe von Saintes-Maries-de-la-Mer nach Montpellier mit Eindrücken der Camargue, Flamingos, Mittelmeerküste und der Ankunft in Montpellier.Unser Fazit

Saintes-Maries nach Montpellier. Die letzte Etappe war ein würdiger Abschluss unserer Rhône-Radtour. Noch einmal erlebten wir die faszinierende Landschaft der Camargue mit Flamingos, weißen Pferden und den berühmten schwarzen Stieren.

Entlang der Mittelmeerküste rollten wir schließlich entspannt nach Montpellier und blickten stolz auf insgesamt 481 unvergessliche Kilometer zurück.


Mittwoch, 1. Juli 2026

Schreibe einen Kommentar

error: Content is protected !!