Rhône-Radweg von Lyon nach Montpellier: Unser Start in die Hitzetour

Morgen geht’s los: Mit dem Rad entlang der Rhône – und mitten hinein in die Hitzeschlacht

Start unserer Radtour entlang der Rhône: Von Lyon in mehreren Etappen bis Montpellier – unterwegs bei großer Hitze im JuniRhône-Radweg Lyon Montpellier. Morgen beginnt also unser kleines Abenteuer. Oder, wenn man sich die Wettervorhersage anschaut, eher: unser Härtetest in der Gluthitze. Mit dem Auto geht es zunächst nach Lyon, von wo aus wir am Donnerstag unsere Radtour entlang der Rhône starten. Ziel ist Montpellier. Dazwischen liegen mehrere Etappen, viel Landschaft, hoffentlich schöne Begegnungen – und leider Temperaturen, bei denen man schon beim bloßen Blick aufs Thermometer ins Schwitzen gerät.

Im letzten Jahr sind mein Malermeisterkollege und Unternehmerfreund Erich und ich fast zur gleichen Zeit auf Radtour zu einem Rundkurs an der Mecklenburger Seenplatte gewesen. Das war damals weitaus kühler.

Eines ist deshalb von Anfang an klar: Wir müssen auf dieser Tour vernünftig bleiben. Nicht überziehen, nicht den Helden spielen und vor allem trinken, trinken, trinken. Die Rhône wird uns zwar zuverlässig begleiten, aber ihren Wasserstand werden wir besser nicht als persönliche Trinkreserve einplanen.

Das Fahrrad ist schon einmal startklar

Heute Abend kam Erich gegen 19 Uhr aus Holzminden zu mir gefahren. Nach einer kurzen Verschnaufpause – die bei den Temperaturen durchaus verständlich war – ging es ans Verladen. Mein Fahrrad wurde aufgeladen, alles verstaut und damit ist zumindest dieser Teil der Mission erledigt. Morgen früh können wir also ohne großes Gerödel direkt losfahren.

Und das ist auch gut so. Wenn man bei über 30 Grad unterwegs ist, braucht man nicht schon vor dem eigentlichen Start das erste kleine Logistikdrama auf dem Hof.

Start unserer Radtour entlang der Rhône: Von Lyon in mehreren Etappen bis Montpellier – unterwegs bei großer Hitze im Juni

Erst Lyon – und vielleicht noch ein Blick von oben

Wenn auf der Fahrt alles gut läuft, wir ordentlich durchkommen, das Auto in Lyon sicher in einer Garage steht und wir im Hotel eingecheckt haben, möchten wir uns vielleicht noch einen kleinen Auftakt gönnen. Der Plan wäre, mit dem Taxi hinauf zur Basilika Notre-Dame de Fourvière zu fahren und uns Lyon erst einmal von oben anzuschauen.

Ob das klappt, wird sich zeigen. Vielleicht sind wir fit genug, vielleicht reicht es am Ende auch nur noch für ein kühles Getränk und die Erkenntnis, dass man morgen schließlich noch etwas vorhat. Schauen wir mal.

Ab Donnerstag wird es ernst

Die Vorbereitung unserer Radtour hatte ein anhaltend nervenaufreibendes Zugproblem.

Rhône-Radweg Lyon Montpellier. Am Donnerstag beginnt dann der eigentliche Teil unserer Reise: der Rhône-Radweg. Die Rhône selbst hat dabei ja einen deutlich längeren Anlauf als wir. Sie entspringt im Schweizer Kanton Wallis, genauer gesagt am Rhonegletscher im Gotthardmassiv in der Nähe des Furkapasses. Von dort fließt sie durch den Genfersee, weiter durch Frankreich und mündet schließlich südlich von Arles in der Camargue, westlich von Marseille, ins Mittelmeer.

Wir nehmen uns diesmal natürlich nicht den ganzen Fluss vor, aber doch einen reizvollen Abschnitt: von Lyon bis hinunter in Richtung Mittelmeerraum – beziehungsweise bis Montpellier.

Rhône hatte ich schon einmal – nur deutlich bequemer

Ein bisschen Rhône-Erfahrung habe ich übrigens bereits. Im August vergangenen Jahres waren wir schon einmal von Lyon bis hinunter ans Mittelmeer und wieder zurück unterwegs, allerdings nicht mit dem Fahrrad, sondern deutlich komfortabler mit der A-Rosa Stella.

Damals hieß es: aufs Schiff steigen, Koffer abstellen, aufs Sonnendeck setzen und die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen. Diesmal wird das Ganze etwas unmittelbarer. Oder anders gesagt: Die Rhône bleibt dieselbe, aber wir tauschen Liegestuhl gegen Fahrradsattel.

Die Wetterprognose: freundlich, sonnig und gnadenlos heiß

Und nun zum Teil, der uns den größten Respekt abverlangt: das Wetter. Die Aussichten sind landschaftlich wunderbar, körperlich aber eher von der Sorte „Da müsst ihr durch“. Schon der Start in Lyon soll bei 38 Grad erfolgen. Auch an den folgenden Tagen bleibt es brütend heiß. Dazu kommt zeitweise Gegenwind – eine jener kleinen Gemeinheiten, auf die man bei 37 oder 38 Grad besonders gut verzichten könnte.

Hier die aktuelle Übersicht über unsere Etappen und die erwarteten Bedingungen:

DatumEtappe / OrtMax. Temp.WetterWind & Richtung
Do., 25.06.🏁 Lyon (Start)38 °C🌤️ Teils sonnig / Extrem heiß🛑 11 mph Süd (Gegenwind!)
Fr., 26.06.Sarras37 °C☀️ Sonnig & wolkenlos🛑 11 mph Süd (Gegenwind!)
Sa., 27.06.Le Pouzin37 °C☀️ Sonnig & wolkenlos⚠️ 14 mph Süd (Starker Gegenwind!)
So., 28.06.Mornas36 °C☀️ Sonnig & wolkenlos💨 9 mph West (Seitenwind)
Mo., 29.06.Tarascon37 °C🌤️ Teils sonnig🚀 11 mph Nord (Rückenwind! 👍)
📍 St.-Maries-de-la-Mer32 °C🌤️ Teils sonnig (Küste)
Di., 30.06.🏁 Montpellier (Ziel)36 °C⛈️ Teils sonnig / Nachmittags Gewitter

Wenn die Vorhersage so bleibt, wird die Devise für diese Tour ziemlich einfach sein: früh losfahren, Pausen ernst nehmen, Schatten suchen, Wasser nachfüllen und auf keinen Fall den Ehrgeiz über den gesunden Menschenverstand stellen.

Vorfreude und Respekt halten sich die Waage

Im Moment ist es eine Mischung aus Vorfreude, Spannung und einer ordentlichen Portion Respekt vor dem, was da wettertechnisch auf uns zukommt. Aber genau das macht solche Unternehmungen ja auch aus. Man weiß vorher nie ganz genau, wie es läuft. Ob alles klappt. Ob die Etappen so funktionieren wie gedacht. Ob der Körper mitmacht. Ob man abends stolz auf den Tag zurückblickt – oder einfach nur froh ist, irgendwo im Schatten zu sitzen und noch zu wissen, wie man heißt.

Rhône-Radweg Lyon Montpellier. Morgen früh geht es erst einmal nach Lyon. Und ab Donnerstag dann wirklich los. Die Rhône wartet. Und die Hitze leider auch.

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