Burg Ravensburg mit dem E-Bike – eine kleine Wochenendtour in den Kraichgau
Burg Ravensburg mit dem Fahrrad. Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung. Manche Ideen brauchen einfach ihre Zeit. Der Wunsch, einmal die Burg Ravensburg bei Sulzfeld zu besuchen, entstand bereits vor einigen Jahren.
Damals nahm ich mit meinem Oldtimer an einem Inklusionsprojekt des Vereins Mühlwerk Sinneswandel teil. Während der Fahrt durch den Kraichgau fiel mein Blick immer wieder hinauf zur imposanten Burg. Schon damals stand für mich fest: Irgendwann komme ich mit dem Fahrrad wieder hierher.
Anfang August ergab sich jetzt endlich die passende Gelegenheit. Meine liebe Rita war mit ihrem Sohn bei Starlight Express in Bochum und verbrachte dort das Wochenende.
Für mich war das die ideale Gelegenheit, meinen lang gehegten Plan endlich umzusetzen. Mit dem Fahrrad wäre die Strecke an einem Tag zu weit gewesen. Deshalb plante ich eine gemütliche Zweitagestour mit Übernachtung in Eppingen.
Samstag, 1. August. Gemütlich durch den Kraichgau
Der Kraichgau ist bekannt für seine sanften Hügel und ist eine malerische und sanfte Hügellandschaft im Nordwesten von Baden-Württemberg, die auch als „Land der 1000 Hügel“ oder „badische Toskana“ bekannt ist.
Die Strecke hoch zur Burg Ravensburg ist teilweise ziemlich steil. Für die Hinfahrt suchte ich mir deshalb eine Route aus, die die größten Steigungen möglichst umging. Dadurch wurde der Weg zwar etwas länger, dafür aber deutlich angenehmer zu fahren.

Die Tour führte mich abwechslungsreich durch schattige Waldabschnitte, über die typische Hügellandschaft des Kraichgaus und vorbei an weiten Feldern und Weinbergen. Bereits abgeerntete Getreidefelder wechselten sich mit leuchtend gelben Sonnenblumenfeldern ab und boten immer wieder schöne Ausblicke über die Landschaft.
Da es auf der Burg Ravensburg zwar ein Restaurant, aber kein Hotel gibt, reservierte ich ein Zimmer im Altstadthotel Wilde Rose in Eppingen.

Gegen 10 Uhr startete ich in Eggenstein. Bevor ich endgültig losradelte, kaufte ich mir noch die Tageszeitung. Darin erschien ein großer Bericht über meine Rhône-Radtour – sogar mit einem prominenten Aufmacher auf der Titelseite. Das war natürlich ein schöner Start in dieses Wochenende.
Das Wetter spielte an beiden Tagen hervorragend mit. Am Samstag wechselten sich Sonne und einige Wolken ab, am Sonntag schien fast durchgehend die Sonne. Bei angenehmen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad herrschten ideale Bedingungen für diese kleine Wochenendtour.
Einige Impressionen der ersten 50 Kilometer
Ein Café-Erlebnis der besonderen Art
Burg Ravensburg mit dem Fahrrad. Nach rund 50 Kilometern hatte ich mir eine Pause im Heitlinger Zeltkaffee vorgenommen. Auf die Öffnungszeiten hatte ich allerdings nicht geachtet. Als ich kurz nach 14 Uhr ankam, kein Gast weit und breit! Zwar stand die Tür offen, allerdings nur zum Lüften. Auf mein vorsichtiges „Hallo“ erschien die Inhaberin und erklärte freundlich, dass eigentlich noch geschlossen sei und die Bedienung noch gar nicht da wäre. Trotzdem bereitete sie mir ganz selbstverständlich einen Milchkaffee und ein Stück Kuchen zu. Das nenne ich einmal außergewöhnlichen Service. Herzlichen Dank dafür!
Endlich auf der Burg Ravensburg
Nach insgesamt 71 Kilometern war es endlich soweit: Ich stand vor der Burg Ravensburg. Die Ravensburg wurde vermutlich um das Jahr 930 erbaut und zählt zu den ältesten Höhenburgen Nordbadens. Im Mittelalter gehörte sie den Grafen von Oettingen und später den Markgrafen von Baden. Heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel mit einem weithin sichtbaren Bergfried, herrlicher Aussicht über den Kraichgau sowie einem Restaurant innerhalb der historischen Burganlage.
Übernachtung in Eppingen
Nach dem Burgbesuch waren es nur noch wenige Kilometer bis Eppingen. Im Altstadthotel Wilde Rose checkte ich ein und reservierte mir gleich einen Platz im Biergarten. Am Abend ließ ich den Tag dort bei einem ausgezeichneten Essen entspannt ausklingen.
Sonntag, 2. August. Ein kleines Missgeschick am Sonntagmorgen
Der Sonntag begann allerdings etwas anders als geplant. Ich wollte mir auf dem Zimmer einen Kaffee zubereiten. Da es an der Kaffeemaschine nur kleine Espressotassen gab, stellte ich kurzerhand ein Wasserglas unter den Auslauf und drückte die Taste für die große Tasse. Leider war die Abstellfläche leicht abschüssig.
Das randvolle Glas kippte nach vorne. Beim Versuch, es aufzufangen, verbrannte ich mir fast die Hand, sodass der Kaffee über den Boden, in die Schublade und sogar bis aufs Bett spritzte. Mit mehreren Handtüchern beseitigte ich das Gröbste und informierte anschließend die Hotelleitung per E-Mail über mein Missgeschick. So etwas kann eben passieren.
Wie mir später die Reinigungsdame beim Frühstück mitteilte, war das Ganze nicht mein Fehler. Sie hatte festgestellt, dass irgendjemand die Abstellfläche für die Tasse falsch herum eingebaut hatte, weshalb die Abstellfläche leicht abschüssig war.
Eppingen – Fachwerkstadt mit Geschichte
Vor der Heimfahrt am Sonntag blieb noch etwas Zeit für einen kleinen Spaziergang. Eppingen besitzt eine der schönsten Fachwerk-Altstädte Baden-Württembergs. Zahlreiche liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser aus mehreren Jahrhunderten prägen das historische Stadtbild und verleihen der Innenstadt ihren ganz besonderen Charme. Nach dem Frühstück packte ich meine Siebensachen und startete gegen 11 Uhr wieder Richtung Heimat.
Heimfahrt mit schönen Begegnungen
Burg Ravensburg mit dem Fahrrad. Am Sonntag ging es auf einer etwas kürzeren Route mit rund 56 Kilometern wieder zurück nach Eggenstein. Auch diese Strecke bot immer wieder schöne Ausblicke auf die hügelige Landschaft, führte durch kleinere Ortschaften sowie an Weinbergen, Feldern und Wiesen vorbei. Kurz vor Bruchsal sorgten mehrere Störche und später ein Brautpaar am Bruchsaler Schloss noch für schöne Fotomotive. Von dort waren es nur noch knapp 20 Kilometer bis nach Hause.
Unterwegs schrieb mir meine liebe Freundin Ursula leicht ironisch, dass das Eiscafé La Venetia in Eggenstein geöffnet habe. Damit stand das Ziel der letzten Kilometer natürlich fest. Schon während der Heimfahrt freute ich mich auf mein wohlverdientes Belohnungseis.
Für den ersten Tourtag gönnte ich mir einen großen Früchtebecher, für den zweiten gönnte ich mir einen herrlich erfrischenden Eiscafé.

Ein schöner Abschluss für eine rundum gelungene Wochenendtour.
Das war die kürzere Strecke am Sonntag auf dem Heimweg. Am Ende standen 133 Kilometer auf dem Tacho – eine kleine, aber rundum gelungene Wochenendtour.
