ViaRhôna Radtour Lyon Montpellier: Planung der Etappen und ein nervenaufreibendes Zugproblem

Bahnhof Montpellier Sud de France – Ausgangspunkt für die geplante Rückfahrt unserer ViaRhôna-Radtour von Montpellier nach Lyon mit dem TGV und Fahrrädern

ViaRhôna – Vorbereitung einer Radtour und ein nervenaufreibendes Zugproblem

ViaRhôna Radtour Lyon Montpellier. Im Juni starte ich zusammen mit meinem befreundeten Malermeisterkollegen Erich zu einer Radtour entlang der Rhône.

Radtour mit Erich, Mecklenburger Seenplatte 2025Im letzten Jahr waren wir gemeinsam zu einem Rundkurs an der Mecklenburger Seenplatte

Die in diesem Jahr geplante Strecke entlang der Rhône gehört zu den bekanntesten und schönsten Radfernwegen Europas: der ViaRhôna, die vom Genfersee bis zum Mittelmeer führt.

Wir fahren den Abschnitt von Lyon bis Montpellier. Mit dem Auto fahren wir, die Räder huckepack, von Eggenstein/Karlsruhe nach Lyon. Nach einer Übernachtung in Lyon starten wir zur ersten Etappe.

Eine Strecke von insgesamt rund 440 Kilometern, aufgeteilt in sechs gemütliche Tagesetappen. Hotels sind gebucht, die Route steht, die Fahrräder sind vorbereitet. Eigentlich könnte alles so entspannt sein. Eigentlich. Aber manchmal steckt der Teufel im Detail.

Die Planung der sechs Etappen

Nach vielen Kartenstudien und Erfahrungsberichten anderer Radfahrer haben wir uns für folgende sechs Etappen entschieden:

  1. Lyon – Sarrasa
  2. Sarras – Le Pouzin
  3. Le Pouzin – Mornas
  4. Mornas – Tarascon
  5. Tarascon – Saintes-Maries-de-la-Mer
  6. Saintes-Maries-de-la-Mer – Montpellier

Übersichtskarte unserer ViaRhôna-Radtour von Lyon bis Montpellier mit sechs Etappen über Vienne, Le Pouzin, Mornas, Tarascon und Saintes-Maries-de-la-Mer

Diese Route folgt weitgehend der ViaRhôna und verspricht abwechslungsreiche Landschaften: Weinberge, historische Städte, die wilde Natur der Camargue und schließlich das Mittelmeer. Die Unterkünfte sind gebucht. Die Vorfreude wächst. Doch eine entscheidende Frage bleibt: Wie kommen wir mit unseren Fahrrädern zurück nach Lyon?

Der scheinbar einfache Plan

Wir fahren mit dem Auto von Karlsruhe nach Lyon. Dort bleibt das Auto bis zu unserer Rückkehr in einer Garage stehen. Am Ende der Tour wollten wir ganz bequem mit dem Zug von Montpellier zurück nach Lyon fahren – Fahrräder natürlich inklusive. Im Internet fand ich schnell einen passenden Zug: TGV, zweite Klasse, Fahrradmitnahme möglich.

Perfekt, dachte ich. Problem gelöst. Ein Klick – und alles wäre erledigt. Doch genau an diesem Punkt begann eine kleine Odyssee.

Wenn der Zug plötzlich verschwindet

Der Zug wurde mir in der Verbindungssuche angezeigt. Sogar mit dem Symbol für Fahrradmitnahme. Doch sobald ich bei der Buchung angab, dass wir zwei Fahrräder mitnehmen, geschah etwas Merkwürdiges: Der Zug verschwand. Einfach weg. Als hätte ich ihn mir eingebildet. Ich probierte es erneut. Und noch einmal. Mit verschiedenen Uhrzeiten, verschiedenen Tagen, verschiedenen Einstellungen. Immer das gleiche Ergebnis.

Ohne Fahrräder – der Zug existiert. Mit Fahrrädern – der Zug existiert nicht.

Die Phase der zunehmenden Verzweiflung

Nach mehreren Versuchen begann ich zu zweifeln. 

Vielleicht gibt es gar keine Fahrradplätze? Vielleicht ist der Zug schon ausgebucht? Vielleicht funktioniert die Verbindung gar nicht so, wie ich dachte? Unsere gesamte Planung hängt an dieser Rückfahrt.

Die Hotels sind gebucht. Die Etappen stehen fest. Und plötzlich wirkt eine einfache Zugfahrt wie ein unüberwindbares Problem. Ich schrieb schließlich dem Kundenservice von SNCF Connect. Die Antwort kam prompt – und brachte zumindest etwas Klarheit.

Die Erklärung der Bahn

Die französische Bahn erklärte mir, dass wahrscheinlich die Regionalzug-Tickets (TER) für unser Datum noch nicht freigeschaltet sind. Der Vorverkauf für solche Tickets beginnt oft erst 31 bis 90 Tage vor der Reise. Das bedeutet: Die Verbindung existiert – aber man kann sie noch gar nicht buchen. Ein merkwürdiges Gefühl. Man plant eine Reise Monate im Voraus – und ausgerechnet der letzte Baustein lässt sich nicht festnageln.

Gelassen bleiben

Inzwischen weiß ich: Für Radfahrer ist diese Strecke gut erschlossen. Es gibt mehrere Möglichkeiten:

  • TGV mit reservierten Fahrradplätzen
  • Regionalzüge (TER) mit Fahrradbereich
  • verschiedene Zwischenstationen entlang der Rhône

Mit anderen Worten: Die Rückfahrt wird sehr wahrscheinlich funktionieren. Aber wer schon einmal eine Reise organisiert hat, kennt dieses Gefühl: Ein kleines ungelöstes Detail kann erstaunlich große Unruhe auslösen.

Die Vorfreude bleibt

ViaRhôna Radtour Lyon Montpellier. Trotz dieses kleinen Nervenspiels überwiegt die Vorfreude.

Sechs Tage entlang der Rhône. Historische Städte wie Vienne, Tarascon, Avignon oder Arles. Die weiten Landschaften der Camargue. Und schließlich das Mittelmeer. Die ViaRhôna gilt nicht umsonst als einer der schönsten Radwege Europas. Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch das Zugticket irgendwann vor unserer Abfahrt nach Lyon noch genauso problemlos buchen lässt, wie es auf den ersten Blick aussah.

Ich werde berichten.

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