Samstag, 30. August 2025. Reise Lyon – Côte d’Azur, Teil 6: Grasse entdecken
Sonntag, 31. August 2025. Côte d’Azur Rückreise Turin. Der Tag des Abschieds von Grasse und der Côte d’Azur war gekommen. Um neun Uhr verstauten wir unsere Siebensachen im Auto. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir noch einmal auf der Hotelterrasse unser letztes Frühstück. Ein endgültiger Blick von oben über Grasse – dann starteten wir kurz vor 11 Uhr in Richtung Turin.
Unsere Route führte zunächst entlang der Küste, vorbei an der Allianz-Arena in Nizza, weiter Richtung Italien. Schon kurz nach der Grenze veränderte sich die Landschaft merklich: die Straße schraubte sich durch die ligurischen Alpen hinauf, kurvig, aber landschaftlich wunderschön.
Der Verkehr war entspannt, nur einmal gerieten wir in einen längeren Stau. Gegen 15:30 Uhr erreichten wir die Stadtgrenze von Turin. Auf einem Hügel zu unserer Rechten sahen wir das eindrucksvolle Schloss Moncalieri, eine ehemalige königliche Residenz des Hauses Savoyen, ursprünglich im 12. Jahrhundert erbaut. Wenig später passierten wir das Ortsschild Turin und legten an der gegenüberliegenden Tankstelle eine kurze Orientierungspause ein.
Da wir wussten, dass es in der Straße unseres Apartments keine Parkmöglichkeiten gibt, stellten wir das Auto in der Tiefgarage am Bahnhof ab und fuhren mit dem Taxi weiter. Unterwegs kamen wir am imposanten Denkmal für Vittorio Emanuele II., dem ersten König des geeinten Italien (1861–1878), vorbei. Der erste Eindruck des Hauses mit unserem Apartment war etwas zwiespältig – Gebäude und Eingangstor wirkten nicht besonders einladend. Doch kaum hatten wir das Tor durchschritten, öffnete sich ein malerischer Innenhof, in dessen Rückgebäude unser charmantes Apartment lag.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir uns auf, um noch etwas vom abendlichen Turin zu entdecken. Für eine große Besichtigung blieb natürlich keine Zeit, aber unser Spaziergang führte uns durch wunderschöne Gassen. Wir kamen vorbei am kleinen Park Giardino Aiuola Balbo – Park der Denkmäler des Risorgimento. Der Giardino Aiuola Balbo wurde 1874 auf dem Gelände der alten Stadtmauer Turins angelegt, die Napoleon entfernen ließ. In der Mitte befindet sich eine große Fontäne, umgeben von Statuen und Büsten bedeutender Persönlichkeiten des italienischen Risorgimento – der nationalen Einigungsbewegung Italiens.
Zu sehen sind unter anderem:
- Cesare Balbo – Schriftsteller, Politiker, Namensgeber des Parks
- Daniele Manin – venezianischer Freiheitskämpfer
- Eusebio Bava – General des piemontesischen Heeres
- Gustavo Modena – Schauspieler und Patriot
- Lajos Kossuth – ungarischer Revolutionär im Exil
- Salvatore Pes di Villamarina – Diplomat und Senator
Der Park gilt als Freiluft-Denkmal des italienischen Freiheitsgedankens und ist ein ruhiger, geschichtsträchtiger Ort im Herzen Turins.
Weiter ging es zur prachtvollen Piazza San Carlo mit ihrer eleganten Barockarchitektur aus dem 17. Jahrhundert. Die Piazza San Carlo gilt als das „Wohnzimmer“ der Stadt Turin. Der von eleganten Arkaden und barocken Palästen gesäumte Platz vermittelt bis heute ein einheitliches, harmonisches Stadtbild. Am südlichen Ende stehen die beiden Zwillingskirchen Santa Cristina und San Carlo Borromeo, Meisterwerke der piemontesischen Barockarchitektur. In der Mitte des Platzes erhebt sich das bronzene Reiterstandbild Caval d’ Brons, das den Herzog Emanuele Filiberto di Savoia zeigt. Er steckt symbolisch sein Schwert in die Scheide – Sinnbild für den Sieg und die Befriedung nach der Schlacht von St. Quentin im Jahr 1557.
Weiter schlenderten wir zur Piazza Giambattista Bodini, gesäumt von vielen Restaurants. Für unseren Geschmack war nichts Passendes dabei. Die Piazza Giambattista Bodoni stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist nach dem Typografen Bodoni benannt. Umgeben von eleganten neoklassizistischen Gebäuden wie dem Conservatorio Giuseppe Verdi, beherbergt der Platz Medaillons berühmter Autoren. Im Zentrum steht das Reiterdenkmal des Generals Alfonso Ferrero della Marmora von 1891.
Fündig nach einem Restaurant wurden wir schließlich nur zwei Nebenstraßen weiter – direkt beim Monument für Giuseppe Mazzini. Hier entdeckten wir das gemütliche Restaurant Clapsi Torino, dessen Menü mit den Meeresfrüchten uns sofort ansprach. Wir genossen ein leckeres Abendessen in entspannter Atmosphäre – ein würdiger Abschluss unseres ersten Heimreisetages.
Morgen geht es auf die vorletzte Etappe – weiter nach Bern.
Montag, 1. September. Rückreise von der Côte d’Azur – Zwischenstopp in Bern
