Donnerstag, 24. April 2025. Málaga zu Fuß, Hochkultur und Alltag: Kathedrale, Picasso, Stadtpark und ein unerwartetes Abendessen vom Supermarkt
Freitag, 25. April. Der Tag begann mit einem positiven Telefonanruf. Ryanair teilte erfreulicherweise mit, dass unser Koffer da ist und in Bälde ins Hotel gebracht wird. Zu diesem Zeitpunkt war meine liebe Liebe gerade dabei, die auf Kosten von Ryanair gekauften neuen Klamotten auf unserer Terrasse etwas auszuhängen. 😉
Der Plan für heute war, mit dem Besuch der Markthalle von Malaga – Mercado Central de Atarazanas – zu beginnen.
Die Markthalle von Málaga ist nicht nur ein Paradies für Feinschmecker, sondern auch ein Stück lebendige Stadtgeschichte. Das heutige Marktgebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert, wurde jedoch auf den Grundmauern einer maurischen Werft aus dem 14. Jahrhundert errichtet – das prachtvolle Hufeisentor am Eingang zeugt noch heute davon.
Wir waren etwas zu spät dran. Unter den Sonnenschirmen draußen war jeder Platz besetzt und nicht wenige Menschen warteten ungeduldig auf einen freien Platz. Im Inneren der Markthalle herrschte geschäftiges Treiben. Wir schlenderten durch die Gänge, konnten aber leider nirgends einen Platz ergattern. An den Ständen stapelten sich fangfrischer Fisch, aromatisches Obst, duftende Gewürze und regionale Spezialitäten. An den kleinen Tapas-Bars herrschte großes Gedränge. Ein Ort voller Leben, bunter Farben und duftender Aromen.
In dem vollen und wuseligen Treiben in der Markthalle hatten wir nach einiger Zeit keine Geduld mehr, auf einen freien Platz zu warten. Zudem waren wir schon etwas hungrig. So beschlossen wir zur gegenüberliegenden „La Desayuneria, American Diner & Breakfest“ zu gehen, wo wir schon vorgestern Abend waren.
Auf unserem weiteren Programm stand heute der Besuch des Römischen Theaters und der maurischen Festungs- und Palastanlage Alcazaba. Der Fußweg dorthin führte uns erneut durch das historische Zentrum von Malaga. Vorbei an einer Statue des dänischen Schriftstellers Hans Christin Andersen, der Malaga sehr liebte. Weiter, vorbei an der Kathedrale und durch den Stadtpark, erreichten wir schließlich unser Ziel. Das römische Theater und die maurische Palastanlage Alcazaba liegen unmittelbar zusammen.
Die maurische Palastanlage Alcazaba wird allenthalben als unbedingt sehenswerte historische Anlage besungen. Um es vorwegzunehmen, für mich war der Besuch eine Enttäuschung. Die roten Mauersteine, Türme und Torbögen machten auf mich keinen besonders sehenswerten Eindruck. Das für mich Beste war der Blick von oben über Malaga und auf die Stierkampfarena. Aber wie immer, liegt das bekannlich im Auge des Betrachters.
Unabhängig meines Eindrucks ist die Alcazaba von Málaga ist eine der bedeutendsten erhaltenen maurischen Festungen Spaniens und thront eindrucksvoll am Hang des Gibralfaro-Hügels. Sie wurde im 11. Jahrhundert unter den Hammudiden erbaut und diente sowohl militärischen als auch repräsentativen Zwecken. Als Mischung aus Festung und Palast diente sie den muslimischen Herrschern als Schutz- und Regierungssitz. Charakteristisch sind ihre doppelten Mauerringe, verwinkelten Gänge und prachtvollen Innenhöfe mit Wasserspielen im Nasridenstil. Die strategische Lage ermöglichte einst die Verteidigung des Hafens und die Kontrolle über die Stadt.
Am Fuße der Palastanlage Alcazaba liegt das Römische Theater. In meinen Augen eine weit attraktivere Sehenswürdigkeit und ohne Eintritt zu besichtigen.
Das Römische Theater von Málaga (Teatro Romano) ist das älteste Bauwerk der Stadt und stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., zur Zeit des Kaisers Augustus. Es lag damals im Herzen der römischen Stadt Malaca und bot rund 1.200 Zuschauern Platz. Das Theater geriet im Mittelalter in Vergessenheit und wurde erst 1951 bei Bauarbeiten zufällig wiederentdeckt. Teile des Theaters wurden später als Baumaterial für die benachbarte Alcazaba verwendet. Heute ist es restauriert und kann kostenlos besichtigt werden – eine eindrucksvolle Erinnerung an die römische Vergangenheit Málagas.
Unser nächstes Ziel war das Centre Pompidou am Hafen von Malaga. Der Weg durch den Stadtpark führte vorbei an den prachtvollen Gebäuden der Bank von Spanien und dem Rathaus von Malaga.
Das Rathaus von Málaga (Ayuntamiento de Málaga) wurde zwischen 1912 und 1919 im Stil der Neorenaissance erbaut. Mit seiner eleganten Fassade, den dekorativen Skulpturen und dem prunkvollen Sitzungssaal ist es ein architektonisches Schmuckstück der Stadt. Noch heute dient es als Sitz der Stadtverwaltung und symbolisiert Málagas Aufschwung im frühen 20. Jahrhundert.
Angekommen am Centre Pompidou, mit dem bunten Würfel als Wahrzeichen. Das Centre Pompidou Málaga, eröffnet 2015, ist die erste Dependance des berühmten Pariser Museums außerhalb Frankreichs. Unter dem markanten bunten Glaskubus am Hafen (Muelle Uno) zeigt es eine wechselnde Auswahl moderner und zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung des Centre Pompidou Paris – darunter Werke von Picasso, Miró, Chagall oder Frida Kahlo.
Wir beschlossen eine kulturelle Pause einzulegen 😉 und verzichteten auf einen Besuch des Centre Pompidou. In direkter Nachbarschaft gab es viele kleine Verkaufsstände, die das Interesse von Rita weckten. Ich „parkte“ so lange im Hard Rock Cafe. Mein Kaffee dort war noch schlechter als der Service. 😢
Ursprünglich wollten wir von hier noch zum Strand von Malaga gehen. Diesen Strandbesuch verschoben wir auf einen der nächsten Tageund gingen durch den Stadtpark zurück ins historische Zentrum. Dort hatten wir unser Abendessen mit leckeren Tapas in dem kleinen Restaurant „La Taberna Del Cura„, wo wir schon am Mittwochabend einmal waren.
Ein erlebnisreicher Tag in Málaga: Markthalle, Alcazaba,
Römisches Theater, bunte Kulturmomente und leckere Tapas
Den Heimweg zum Hotel versüßten wir uns nach dem langen und anstrengenden Tag mit einer Riesenkugel Eis. 😊
Samstag, 26. April 2025. Sonne, Geschichte und Meer: Weitere Highlights von Málaga. Burg Gibralfaro, Strand La Malagueta und die Stierkampfarena
